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26. März 2003
Die Stadtverordnetenversammlung möge
beschließen:
- Die Stadt Kyritz schließt sich der
Initiative "Cities for Peace" an.
- Der Vorliegenden Erklärung wird zugestimmt.
- Die Erklärung ist zu veröffentlichen und
den Partner- und befreundeten Städten zu übersenden.
- Die Stadtverordnetenversammlung Kyritz
unterstützt den "Prignitzer Appell", mit dem sich
Kommunalpolitiker angesichts des Krieges gegen den Irak an die
Bundesrepublik Deutschland gewandt haben.
Erklärung:
Wir sind kommunale Abgeordnete in einer Stadt,
die seit dem 26.3.2003 auf Beschluss der Stadtverordnetenversammlung
"Stadt des Friedens" ist. Das ist für uns nicht nur ein Bekenntnis,
sondern Auftrag und Verpflichtung.
Angesichts der laufenden Kampfhandlungen in
der Golfregion, die Tausende von Menschen, insbesondere die Zivilbevölkerung
bedroht,
vor dem Hintergrund der eindrucksvollen
Demonstrationen, mit denen Millionen von Menschen in aller Welt, darunter in
der Hauptstadt Berlin, in der Brandenburger Landeshauptstadt Potsdam, in den
montäglichen Mahnwachen an der Kyritzer Friedenseiche, in vielen europäischen
Großstädten sowie in den USA selbst, ihrer ernsten Sorge um den Frieden in
der Welt Ausdruck verleihen,
in Erwägung der Risiken, die der Irak-Krieg
für die Region des Nahen Ostens und insbesondere Israel sowie für das
palästinensische Volk birgt,
in Sorge, dass das militärische Vorgehen
gegen den Irak Gewalt und Terrorismus befördert, statt die internationalen
Bemühungen zur Bekämpfung des Terrorismus und deren Ursachen zu aktivieren,
in Bekräftigung der Prinzipien des
Volkerrechts, deren Einhaltung für eine friedliche Lösung zwischenstaatlicher
Konflikte alternativlos ist
unterstützt die Stadtverordnetenversammlung
Kyritz mit dieser Erklärung die Appelle von weltweit mehr als Hundert,
insbesondere US-amerikanischer Städte, die sich der Initiative "Cities
for Peace" angeschlossen haben, und teilt deren Ablehnung eines
völkerrechtswidrigen Präventivschlages,
begrüßt die Stadtverordnetenversammlung
Kyritz den Appell Europäischer Bürgermeister gegen den Krieg im Irak, der von
den Oberbürgermeistern der Städte Rom, London, Brüssel, Wien und Berlin
getragen wird,
appelliert die Kyritzer
Stadtverordnetenversammlung an die kriegsführenden Parteien alle
Kampfhandlungen sofort einzustellen, sich künftig für eine friedliche
Umsetzung der UN-Resolutionen einzusetzen, den UN-Inspekteuren die dafür
notwendigen Mittel zu Verfügung zu stellen und ihnen ausreichend Zeit
einzuräumen, um das richtige und wichtige Ziel, die Entwaffnung des Regimes
Saddam Husseins zu erreichen,
bestärken wir die Bundesregierung
Deutschlands in ihrer Haltung, beim NEIN zum Krieg zu bleiben und dafür zu
sorgen, dass von Deutschland kein Krieg und keine militärischen Handlungen
ausgehen,
wirkt die Stadtverordnetenversammlung Kyritz
für die Entwicklung und Festigung eines internationalen Netzwerkes der Städte
für den Frieden,
lädt die Stadtverordnetenversammlung Kyritz
die Stadtparlamente der Partner- und befreundeten Städte ein, ihre Kontakte im
Sinne des Friedens weiter zu vertiefen und gemeinsam oder in jeweils eigenen
Erklärungen der Sorge ihrer Bevölkerung um den Erhalt des Friedens Ausdruck
zu verleihen.
Die Fraktionen der
Stadtverordnetenversammlung von Kyritz fordern die politisch Verantwortlichen
auf, sich mit aller Konsequenz für eine friedliche Lösung aller Konflikte im
Rahmen der UNO einzusetzen und nicht zuzulassen, in die Barbarei des Krieges
zurück zu fallen. Dauerhafter Frieden, so lehrt die Geschichte, ist mit Krieg
nicht zu gewinnen.
Frieden ist nicht alles - aber ohne Frieden
ist alles nichts.
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Andreas Lange
Vorsitzender der
Fraktion Kyritz-Land |
Peter Bittermann
Vorsitzender der
SPD-Fraktion |
Jürgen Freier
Vorsitzender der
CDU-Fraktion |
Holger Kippenhahn
Vorsitzender der
PDS-Fraktion |
Christa Stamer
Vorsitzende der
FDP/BdV-Fraktion |
Dieser interfraktionelle Antrag wurde auf der
Stadtverordnetenversammlung am 26. März 2003 einstimmig angenommen.
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